Acryl auf Leinwand
Diptychon 2 x 100 x 100 x 1,6 cm
Erstellungszeitraum April 2026
Unikate
„Wenn Widerspruch tragfähig wird“
…Im ersten Bild ein weit atmendes fast grenzenloses Blau…ein Ort ohne festen Horizont …kein dramatisches Zentrum…kein lautes Ereignis…keine eindeutige Bewegung. Ein Sog, der nicht zwingt aber auf dem ersten Blick alles in seine Nähe bringt…als würde sich alles nach innen ziehen. Elemente geraten in eine Art Umlaufbahn…tasten sich heran, kippen…ordnen sich neu…ändern die Richtungen…und während der Sog in der Mitte diffus bleibt, ohne klare Kante oder Gestalt, ist das große rote Dreieck das Gegenteil davon…scharf, entschieden, fast trotzig präsent…als würde es sagen „Ich bin hier“. Das Dreieck die Entscheidung…als unbewusster Akt…ein Wille…eine Haltung und vielleicht sogar ein Schutz gegen das Sich-Verlieren. Der Sog…die Möglichkeit…das Unbewusste, ein inneres Zentrum, das wirkt, ohne sichtbar zu sein…ein Gedanke, ein Gefühl, oder eine Entscheidung, die noch nicht ausgesprochen ist…es fühlt sich an wie das Herz des Bildes…nicht laut schlagend, sondern still pulsierend. Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem das Bild berührt…nicht dort, wo etwas klar zu erkennen ist, sondern dort, wo man hineingezogen wird.
Das zweite Bild ist wie ein Aufatmen Während das erste eher in die Tiefe gezogen hat, öffnet sich hier der Raum. Das Blau ist heller, luftiger, fast durchlässig. Es fühlt sich weniger nach Innenwelt an…mehr nach Weite, nach einem Moment, in dem sich etwas klärt. Das große goldene Dreieck ist kein stilles Objekt mehr, es ist wie ein Pfeil, ein Strahl, eine Bahn…ein Impuls, der sich eindeutig in eine Richtung streckt…es ist nicht nur einfach da…es bewegt. Wo im ersten Bild noch ein Kreisen war, ist hier ein Weg…wo vorher ein Suchen war, ist jetzt ein Ausrichten. Die Dynamik ist nicht mehr diffus, sondern zielgerichtet. Alles scheint in eine gemeinsame Richtung zu arbeiten. Und trotzdem bleibt es leicht…nichts wirkt schwer oder erzwungen. Wo ich früher den Sog bekämpft hätte, wird er hier verwandelt. So erzählen beide Bilder keinen statischen Zustand, sondern einen Übergang…einen Moment, den man nicht festhalten kann…aber sehr deutlich fühlt
Vielleicht ist es genau das…kein Entkommen, kein Auflösen, sondern ein Weitergehen unter veränderten Bedingungen. Im ersten Bild bleibt der Widerspruch noch ein Ringen zwischen Sog und Form…ein gleichzeitiges Hineingezogenwerden und Sich-Behaupten, während er im zweiten Bild zur tragenden Kraft wird, die aus innerer Spannung klare Richtung entstehen lässt…ein Zustand, in dem Widerspruch nicht verschwindet, sondern tragfähig wird.



