Im Ringen mit dem Rot

Informationen zum Kunstwerk

Acryl auf Leinwand

Diptychon

2 x 100 x 100 cm

Juli 2026

 

 

Im Ringen mit dem Rot

 

Es gibt Farben, die verlangen keine Entscheidung. Und es gibt Farben, die fordern alles.

Rot gehört zu ihnen.

Es trägt eine Kraft in sich, die kaum zu bändigen ist. Es kann laut werden…schwer… überwältigend. Deshalb beginnt bei mir das eigentliche Ringen bereits mit dem Gefühl im Bauch. Ich fühle deen Hintergrund meines Bildes bereits bevor es entsteht…und dann steht die Frage, ob diese ungeheure Energie ihre Schwere verlieren und dennoch ihre Intensität bewahren kann.

Dieses Diptychon zeigt eine solche Begegnung. Das Rot ist nicht aus einem Konzept und nicht aus einer Absicht entstanden, sondern aus der Entscheidung und dem Mut, sich einer Energie auszusetzen, ohne ihren Ausgang zu kennen.

Es gibt während des Malens Momente, in denen Farbe beginnt, ein Eigenleben zu entwickeln. Gerade wenn mein Farbgefühl sich nicht mit der Farbe deckt, die auf der Leinwand erscheint, versuche ich oft, die Kontrolle wieder herzustellen…vielleicht, weil ich die Farbe beherrschen möchte. Aber Rot wirst du niemals beherrschen… also lasse ich es und lasse mich treiben…bis er entsteht…ein Dialog – manchmal leise, manchmal widerspenstig, manchmal voller Widerstand.

Vielleicht ist genau dort der schöpferische Moment.

Nicht wenn etwas gelingt.

Sondern wenn man bereit ist, sich vollständig auf diesen Prozess einzulassen.

Ich erinnere mich an die Intensität dieses Rot. An die körperliche Präsenz der Farbe. An das Gefühl, dass jeder Farbauftrag nicht nur eine Bewegung der Hand war, sondern eine Verdichtung von Aufmerksamkeit, Mut und Vertrauen.

Ich war wach und es war ein Ringen, dass mich erschöpft aber gleichzeitig auch lebendig gemacht hat.

Es war ein Ringen, aus dem dieses unglaubliche Licht in Bild 2 entstanden ist

Dieses Diptychon berührt mich…es berührt mich mehr als meine letzten Bilder…vielleicht weil es die Spur eines Vertrauens in sich trägt…dass sich etwas verwandeln darf, wenn ich ihm mit genügend Offenheit begegne…nicht als Geschichte…nicht als Erklärung…sondern als Energie

Es ging nie darum, das Rot zu beherrschen. Es ging darum, ihm so lange zu begegnen, bis es begann, Licht zu tragen. Genau darin lag das Wesen dieser schöpferischen Arbeit. Nicht im Beherrschen, sondern im Aushalten.

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