Gedanken zwischen Farbe und Leinwand

In meinem Atelier entstehen nicht nur Gemälde, sondern auch Gedanken.

Hier teile ich Beides mit Ihnen – meine Kunst und das, was sich in mir bewegt

🌿 Der neueste Farbgedanke

veröffentlicht am 14. Juli 2026

❤️

Warum brauchen wir Kreativität gerade in schwierigen Zeiten?

Es gibt Zeiten im Leben, in denen alles schwer erscheint. Gedanken kreisen, Nachrichten verunsichern und die Welt fühlt sich plötzlich lauter an als unser eigenes Herz.

Gerade dann fragen wir uns vielleicht, welchen Wert Kunst oder Kreativität überhaupt haben. Ist sie nicht ein schöner Luxus, den wir uns nur leisten, wenn alles gut ist?

Ich glaube das Gegenteil.

Gerade in schwierigen Zeiten brauchen wir Kreativität am meisten.

Sie schenkt uns einen Ort, an dem wir für einen Moment zur Ruhe kommen dürfen. Einen Ort, an dem nicht Leistung zählt, sondern das, was wir fühlen. Wenn Worte fehlen, sprechen Farben. Wenn Gedanken sich nicht ordnen lassen, finden sie manchmal ihren Weg in einen Pinselstrich, eine Form oder eine stille Betrachtung.

Kreativität verändert nicht die Welt um uns herum. Aber sie verändert unseren Blick auf sie. Und manchmal ist genau das der erste Schritt, um wieder Hoffnung zu finden.

Wenn ich male, entstehen nicht nur Bilder. Es entstehen Momente des Vertrauens. Ich weiß nie ganz genau, wohin mich ein Werk führen wird. Doch mit jedem Pinselstrich wächst die Zuversicht, dass aus dem Unfertigen etwas Neues entstehen kann. Vielleicht ist das eine leise Erinnerung daran, dass auch wir selbst wachsen dürfen – gerade dann, wenn das Leben uns herausfordert.

Kreativität lädt uns ein, wieder zu staunen. Über das Licht, das durch ein Fenster fällt. Über die Kraft einer Farbe. Über einen Gedanken, der plötzlich auftaucht und uns ein Lächeln schenkt. Sie erinnert uns daran, dass Schönheit nicht verschwindet, nur weil das Leben schwer geworden ist. Manchmal wartet sie einfach darauf, wieder gesehen zu werden.

Vielleicht liegt genau darin ihre größte Kraft.

Sie schenkt keine fertigen Antworten und nimmt uns keine Sorgen ab. Aber sie öffnet ein Fenster. Ein Fenster für Hoffnung, für Zuversicht und für die leise Gewissheit, dass nach jedem dunklen Farbton wieder ein heller folgen kann.

Vielleicht brauchen wir Kreativität nicht, weil sie Probleme löst.

Vielleicht brauchen wir sie, weil sie uns daran erinnert, dass wir Menschen sind – mit einer unerschöpflichen Fähigkeit zu fühlen, zu träumen und immer wieder neu zu beginnen.

Warum gehören Fehler zum kreativen Prozess?

Manchmal beginnt etwas Wunderschönes genau dort, wo der ursprüngliche Plan endet.

Wie oft wünschen wir uns, alles möge gelingen – den ersten Pinselstrich genauso wie die Entscheidungen im Leben. Doch Kreativität kennt keine geraden Linien. Sie lebt von Mut, vom Ausprobieren und von der Bereitschaft, unbekannte Wege zu gehen.

Auch vor einer leeren Leinwand habe ich eine Idee. Manchmal folgt das Bild ihr. Manchmal entscheidet es sich für einen ganz anderen Weg. Eine Farbe wirkt plötzlich zu kräftig, eine Form zu dominant oder ein Kontrast überraschend anders als gedacht. Früher hätte ich das vielleicht einen Fehler genannt. Heute sehe ich darin eine Einladung, genauer hinzuschauen.

Nicht jeder vermeintliche Fehler möchte korrigiert werden. Manche möchten entdeckt werden.

Oft sind es gerade diese unerwarteten Momente, die einem Bild seinen eigenen Charakter verleihen. Sie bringen Bewegung, Tiefe und Lebendigkeit. Würde alles immer nach Plan verlaufen, entstünden vielleicht perfekte Bilder – aber würden sie uns genauso berühren?

Ich glaube, Kreativität braucht Freiheit. Und Freiheit bedeutet auch, sich zu irren, neu zu beginnen und dem Ungeplanten eine Chance zu geben. Denn aus einem vermeintlichen Fehler kann eine neue Idee entstehen. Aus einer Unsicherheit wächst manchmal der Mut, etwas völlig Neues zu wagen.

Vielleicht ist das nicht nur in der Kunst so.

Auch unser Leben verläuft selten so, wie wir es uns vorgestellt haben. Wege ändern sich, Pläne zerbrechen und aus Umwegen werden Erfahrungen. Oft erkennen wir erst viel später, dass gerade diese unerwarteten Wendungen uns geprägt haben.

Vielleicht sollten wir deshalb den Begriff Fehler ein wenig freundlicher betrachten. Vielleicht sind Fehler keine Zeichen des Scheiterns, sondern Spuren unserer Entwicklung. Sie zeigen, dass wir den Mut hatten, etwas zu beginnen.

In meinen Bildern lasse ich diesen Gedanken bewusst zu. Nicht jeder Pinselstrich muss perfekt sein. Nicht jede Entscheidung muss sofort richtig erscheinen. Denn manchmal entsteht Schönheit genau dort, wo wir den Mut haben, das Unvollkommene anzunehmen.

Vielleicht ist es am Ende gar nicht die Perfektion, die uns berührt – sondern die Echtheit. Und genau diese entsteht oft dort, wo wir den vermeintlichen Fehler nicht bekämpfen, sondern willkommen heißen.

Warum berührt uns ein Bild, obwohl es nichts Konkretes zeigt?

Vielleicht, weil wir nicht immer nach Antworten suchen. Manchmal genügt ein Gefühl.

Ein abstraktes Bild erzählt keine eindeutige Geschichte. Es zeigt keinen Baum, kein Haus und kein Gesicht. Und doch geschieht etwas. Wir bleiben stehen. Unser Blick wandert über Farben, Linien und Formen. Etwas in uns beginnt zu schwingen – oft, ohne dass wir erklären könnten, warum.

Ich glaube, abstrakte Kunst spricht nicht unseren Verstand zuerst an, sondern unser Inneres. Sie lässt Raum für Erinnerungen, Stimmungen und Gedanken, die längst in uns verborgen waren. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit. Deshalb sieht auch jeder etwas anderes. Genau darin liegt für mich ihre größte Schönheit.

Manchmal erinnert uns eine Farbe an einen Sommer unserer Kindheit. Eine Linie weckt das Gefühl von Aufbruch oder Sehnsucht. Ein Kontrast lässt uns innehalten. Das Bild zeigt all das nicht – und doch finden wir es darin.

Vielleicht ist es genau diese Offenheit, die uns berührt. Wir müssen nichts erkennen und nichts richtig verstehen. Wir dürfen einfach schauen, fühlen und entdecken. Ohne Erwartung. Ohne Bewertung.

Wenn ein Bild es schafft, für einen Moment die Welt um uns herum leiser werden zu lassen, dann hat es bereits etwas Wertvolles bewirkt. Es hat eine Verbindung geschaffen – nicht zwischen Leinwand und Auge, sondern zwischen dem Bild und dem Menschen, der davorsteht.

Und vielleicht ist das das größte Geschenk der abstrakten Kunst: Sie zeigt uns nicht, was wir sehen sollen. Sie erinnert uns daran, was wir fühlen können.

Und Sie?
Haben Sie schon einmal vor einem Bild gestanden, das Sie tief berührt hat, obwohl Sie nicht sagen konnten, warum? Vielleicht liegt die Antwort nicht im Bild – sondern in Ihnen.

Wie findet die Kunst ihren Weg zu den Menschen?

Diese Frage begleitet mich schon seit vielen Jahren.

Wie schafft man es, auszustellen?

Wie wird man sichtbar?

Wie werden Galerien auf einen aufmerksam?

Und warum finden manche Bilder sofort ein neues Zuhause, während andere lange warten?

Ich habe lange geglaubt, es gäbe auf all diese Fragen eine feste Antwort.

Heute glaube ich etwas anderes.

Es gibt keinen einzigen richtigen Weg.

Aber ich habe auf meiner Reise einige Dinge gelernt.

Ich habe gelernt, dass Sichtbarkeit nicht an einem einzigen großen Moment entsteht.

Sondern durch viele kleine Schritte.

Durch jedes Bild.

Durch jede Begegnung.

Durch jedes Gespräch.

Durch jede Ausstellung – egal, wie klein sie auch sein mag.

Ich habe gelernt, dass Ablehnung nicht bedeutet, dass die Kunst nicht gut genug ist.

Oft bedeutet sie nur, dass der richtige Ort oder der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen ist.

Ich habe gelernt, dass Bekanntheit wachsen darf.

Langsam.

So wie Vertrauen.

Und ich habe gelernt, dass ein verkauftes Bild zwar Freude macht, aber niemals der Grund sein darf, warum ich male.

Denn wenn ich beginne, nur noch für den Verkauf zu malen, verliere ich vielleicht genau das, was meine Bilder ursprünglich ausgemacht hat.

Heute wünsche ich mir natürlich, dass meine Kunst gesehen wird.

Dass Menschen sie entdecken.

Dass sie Ausstellungen findet.

Und dass Bilder ein neues Zuhause bekommen.

Aber ich wünsche mir noch etwas anderes.

Dass ich mir auf diesem Weg treu bleibe.

Denn Sichtbarkeit ist wertvoll.

Authentizität ist unbezahlbar.

Was ich jungen Künstlern gerne mitgeben möchte

Warte nicht darauf,

dass dich jemand entdeckt.

Zeige deine Kunst.

Sprich über sie.

Erzähle ihre Geschichte.

Hab keine Angst,

klein anzufangen.

Jede Ausstellung beginnt mit einer ersten Bewerbung.

Jede Begegnung mit einem ersten Gespräch.

Jeder Sammler mit einem ersten Bild.

Und jeder Künstler mit einer leeren Leinwand.

Bleib neugierig.

Bleib geduldig.

Und vor allem:

Bleib bei dir.

Denn Menschen kaufen nicht nur Bilder.

Sie begegnen dem Menschen,

der sie geschaffen hat.

Vielleicht besteht Erfolg in der Kunst gar nicht darin, möglichst viele Menschen zu erreichen. Vielleicht besteht er darin, die richtigen Menschen zu erreichen.

Wenn niemand hinsieht

Ich glaube, jeder Künstler wünscht sich, dass seine Arbeit gesehen wird.

Nicht aus Eitelkeit.

Sondern weil in jedem Bild Zeit, Gedanken und ein Stück der eigenen Persönlichkeit stecken.

Auch ich kenne das Gefühl, mit meiner Kunst über Jahre kaum wahrgenommen zu werden.

Vielleicht, weil ich keinen klassischen Weg gegangen bin.

Vielleicht, weil ich Autodidaktin bin.

Vielleicht auch, weil meine Bilder in keine Schublade passen.

Früher hat mich das verletzt.

Heute sehe ich es anders.

Denn Anerkennung entscheidet nicht darüber, ob Kunst wertvoll ist.

Sie entscheidet nur darüber, wie sichtbar sie gerade ist.

Der Wert eines Bildes entsteht nicht erst dann, wenn es in einer Galerie hängt oder ausgezeichnet wird.

Er entsteht in dem Moment, in dem es ehrlich ist.

Ich male heute nicht mehr, um dazuzugehören.

Ich male, weil ich ohne das Malen nicht ich selbst wäre.

Und ich glaube daran, dass jedes Bild irgendwann den Menschen findet, für den es bestimmt ist.

Warum Kunst keinen Lebenslauf kennt

Es gibt viele Berufe, in denen Abschlüsse, Zeugnisse und Qualifikationen wichtig sind.

Und das ist auch gut so.

Kunst folgt jedoch anderen Regeln.

Eine Leinwand fragt nicht nach einem Studium.

Eine Farbe interessiert sich nicht für Titel.

Und eine Idee entsteht nicht erst dann, wenn sie von einer Akademie bestätigt wurde.

Trotzdem habe ich oft erlebt, dass genau diese Fragen gestellt werden.

Haben Sie Kunst studiert?

Welche Galerie vertritt Sie?

Welche Auszeichnungen haben Sie?

Manchmal hatte ich das Gefühl, dass zuerst mein Lebenslauf betrachtet wurde – und erst danach meine Bilder.

Dabei wünsche ich mir genau das Gegenteil.

Ich wünsche mir, dass ein Bild zuerst berühren darf.

Dass es Fragen stellen darf.

Dass es etwas auslösen darf.

Ganz unabhängig davon, wer es gemalt hat.

Natürlich freue ich mich über Anerkennung.

Natürlich wünsche ich mir Sichtbarkeit.

Aber ich glaube nicht, dass der Wert eines Bildes von dem Weg abhängt, den der Künstler gegangen ist.

Für mich beginnt Kunst dort, wo ein Mensch den Mut hat, etwas Echtes zu erschaffen.

Ob autodidaktisch, akademisch ausgebildet oder auf ganz anderen Wegen – Kreativität lässt sich nicht in Lebensläufen messen.

Vielleicht braucht Kunst gerade deshalb so viele unterschiedliche Stimmen.

Denn jede erzählt eine Geschichte, die keine andere erzählen kann.

Und vielleicht liegt genau darin ihre größte Stärke.

Kunst fragt nicht, woher wir kommen. Sie fragt nur, ob wir den Mut haben, etwas Ehrliches zu zeigen.

Braucht Kreativität Anerkennung?

Manchmal frage ich mich, ob ich auch malen würde, wenn niemand meine Bilder jemals sehen würde.

Und jedes Mal lautet die Antwort: Ja.

Denn Kreativität entsteht nicht, weil Applaus wartet.

Sie entsteht aus einem inneren Bedürfnis.

Aus dem Wunsch, etwas auszudrücken, das sich nicht in Worte fassen lässt.

Trotzdem wäre es nicht ehrlich zu behaupten, dass Anerkennung keine Rolle spielt.

Wir alle wünschen uns, gesehen zu werden.

Nicht aus Eitelkeit.

Sondern weil das, was wir erschaffen, ein Teil von uns ist.

Wenn ein Mensch vor einem meiner Bilder stehen bleibt und sagt: „Das berührt mich.“, dann ist das mehr als ein Kompliment.

Es ist eine Begegnung.

Eine Bestätigung, dass etwas, das in mir entstanden ist, einen Weg zu einem anderen Menschen gefunden hat.

Doch ich habe auch gelernt, dass Anerkennung manchmal lange auf sich warten lässt.

Und manchmal ganz anders aussieht, als wir sie uns vorgestellt haben.

Wenn ich mein Malen davon abhängig gemacht hätte, ob andere es gut finden, hätte ich wahrscheinlich schon vor Jahren aufgehört.

Heute male ich nicht mehr, um Anerkennung zu finden.

Ich male, weil das Malen ein Teil meines Lebens geworden ist.

Anerkennung ist etwas Schönes.

Sie kann ermutigen.

Sie kann Türen öffnen.

Sie kann Kraft schenken.

Aber sie darf niemals der Grund sein, warum wir beginnen.

Und sie sollte auch nicht der Grund sein, warum wir aufhören.

Denn die wichtigste Anerkennung entsteht oft in einem ganz stillen Moment.

Dann, wenn ich vor einer fertigen Leinwand stehe und spüre:

Das bin ich.

Nicht perfekt.

Nicht angepasst.

Aber ehrlich.

Und vielleicht ist genau das die wertvollste Form der Anerkennung.

Die Anerkennung vor sich selbst.

Was macht ein Bild wertvoll?

Manchmal werde ich gefragt:

„Was macht ein Bild eigentlich wertvoll?“

Die meisten denken dabei an Bekanntheit.

An Auszeichnungen.

An Galerien.

An Auktionen.

Oder an einen Namen, den möglichst viele kennen.

Ich verstehe diese Gedanken.

Und doch glaube ich, dass sie nur einen kleinen Teil der Antwort erzählen.

Für mich beginnt der Wert eines Bildes viel früher.

Er beginnt in dem Moment, in dem jemand den Mut hat, etwas Ehrliches entstehen zu lassen.

Ein Bild trägt Spuren.

Nicht nur von Farbe.

Sondern von Gedanken.

Von Zweifeln.

Von Freude.

Von Momenten, in denen etwas gelingt.

Und von denen, in denen alles wieder übermalt wird.

Kein Bild entsteht zufällig.

Jedes erzählt etwas über den Menschen, der es geschaffen hat.

Und irgendwann beginnt etwas Wunderschönes.

Das Bild löst sich von seinem Schöpfer.

Es begegnet anderen Menschen.

Plötzlich sieht jemand darin Hoffnung.

Ein anderer entdeckt Erinnerungen.

Ein Dritter erkennt etwas, das sich gar nicht in Worte fassen lässt.

In diesem Augenblick gehört das Bild niemandem mehr allein.

Es verbindet zwei Menschen, die sich vielleicht nie begegnen werden.

Für mich ist das der eigentliche Wert von Kunst.

Nicht der Preis.

Nicht die Größe.

Nicht die Signatur.

Sondern ihre Fähigkeit, etwas in uns zu bewegen.

Denn ein Bild, das niemanden berührt, bleibt eine bemalte Leinwand.

Ein Bild, das einen Menschen berührt, wird zu einer Geschichte.

Und Geschichten sind unbezahlbar.

Vielleicht ist ein Bild genau dann wertvoll, wenn es mehr Fragen stellt, als Antworten gibt.

Muss Kunst erklärt werden?

Ich werde oft gefragt, was ein bestimmtes Bild bedeutet.

Und jedes Mal muss ich einen Moment überlegen.

Nicht, weil ich die Antwort nicht kenne.

Sondern weil ich glaube, dass sie gar nicht nur meine sein kann.

Ein Bild beginnt mit meiner Geschichte.

Doch sobald es mein Atelier verlässt, erzählt es viele weitere.

Vielleicht sieht jemand Hoffnung.

Ein anderer erkennt Abschied.

Ein dritter entdeckt einfach nur Farben.

Und alle drei haben recht.

Ich glaube nicht, dass Kunst erklärt werden muss.

Sie darf erlebt werden.

Vielleicht liegt ihre größte Stärke gerade darin, dass sie jedem Menschen etwas anderes erzählt.

Warum schreibe ich dennoch zu jedem Bild eine Interpretation?

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum ich zu jedem meiner Bilder eine Geschichte oder einen längeren Text schreibe, wenn ich doch glaube, dass jeder Mensch etwas Eigenes darin entdecken darf.

Die Antwort ist einfach.

Meine Worte möchten Ihr Erleben nicht ersetzen.

Sie möchten es begleiten.

Jedes Bild entsteht aus einem bestimmten Moment meines Lebens. Aus einer Stimmung, einer Begegnung, einer Frage oder einem Gedanken, der mich bewegt hat. Diese Geschichte gehört zu meinem Bild. Sie ist sein Anfang.

Doch sie ist nicht sein Ende.

Mit meinen Worten möchte ich Ihnen keine Deutung vorgeben. Ich möchte Ihnen lediglich einen kleinen Einblick schenken, wie dieses Bild seinen ersten Atemzug gemacht hat.

Vielleicht entdecken Sie darin etwas, das auch Sie berührt.

Vielleicht sehen Sie aber etwas völlig anderes.

Und genau das ist das Schöne.

Denn in dem Augenblick, in dem ein Bild betrachtet wird, beginnt es ein neues Leben.

Nicht mehr nur mit meinen Gedanken.

Sondern mit Ihren.

Meine Interpretation ist deshalb keine Gebrauchsanweisung.

Sie ist eine Einladung.

Eine Einladung, das Bild zuerst mit meinen Augen kennenzulernen – und anschließend mit Ihren eigenen weiterzusehen.

Denn ich glaube, ein Bild muss nicht dieselbe Geschichte erzählen, mit der es entstanden ist.

Vielleicht wird es gerade deshalb zu einem echten Begleiter, weil es jedem Menschen erlaubt, seine ganz persönliche Geschichte darin zu entdecken.

„Meine Worte öffnen die Tür. Hindurchgehen dürfen Sie auf Ihrem eigenen Weg.“

Warum man keine perfekte Linie suchen sollte

Früher dachte ich oft, dass Perfektion Sicherheit bedeutet.

Heute suche ich etwas anderes.

Ich suche Ehrlichkeit.

Eine Linie darf zittern.

Sie darf unerwartet abbiegen.

Sie darf sogar scheitern.

Denn genau dort beginnt oft das Interessante.

Perfektion beeindruckt mich.

Echtheit berührt mich.

Kann man Kreativität lernen?

Ich glaube, jeder Mensch ist kreativ.

Nicht jeder malt.

Nicht jeder komponiert.

Nicht jeder schreibt.

Aber jeder Mensch erschafft.

Kreativität beginnt dort,

wo wir den Mut haben,

eine eigene Idee wichtiger zu nehmen als die Angst vor Fehlern.

Vielleicht kann man Techniken lernen.

Aber Kreativität wächst dort,

wo Neugier größer wird als Perfektion.

Ist Erfolg messbar?

Lange dachte ich,

Erfolg hätte mit Ausstellungen,

Galerien,

Verkäufen

oder Preisen zu tun.

Heute denke ich anders.

Erfolg beginnt für mich an dem Tag,

an dem ich morgens mein Atelier betrete

und mich darauf freue,

den ersten Pinselstrich zu setzen.

Alles andere ist ein Geschenk.

Wenn ein Bild keinen Käufer findet

Früher fragte ich mich,

ob etwas mit meinem Bild nicht stimmt.

Heute frage ich mich,

ob es seinen Menschen einfach noch nicht gefunden hat.

Nicht jedes Bild begegnet dem richtigen Menschen sofort.

Manche brauchen Zeit.

Vielleicht ist das wie im Leben.

Nicht jede Begegnung geschieht im richtigen Moment.

Warum Vergleiche Kreativität zerstören

Es wird immer jemanden geben,

der schneller malt.

Bekannter ist.

Mehr verkauft.

Größere Ausstellungen hat.

Wenn ich beginne,

meine Reise mit der eines anderen zu vergleichen,

verliere ich den Blick für meinen eigenen Weg.

Kunst entsteht nicht im Wettbewerb.

Sie entsteht in der Begegnung mit sich selbst.

Braucht Kunst Mut?

Ich glaube,

jede ehrliche Kunst beginnt mit Mut.

Mit dem Mut,

nicht jedem gefallen zu wollen.

Mit dem Mut,

Fehler sichtbar werden zu lassen.

Mit dem Mut,

etwas Persönliches nach außen zu tragen.

Vielleicht besteht Mut gar nicht darin,

keine Angst zu haben.

Sondern trotzdem weiterzumalen.

Was passiert, wenn Zweifel mitmalen?

Ich kenne sie gut.

Die leise Stimme,

die fragt,

ob das Bild gelingt.

Ob es gut genug ist.

Ob es überhaupt jemanden interessiert.

Früher wollte ich diese Stimme loswerden.

Heute weiß ich,

sie gehört dazu.

Denn Zweifel bedeuten,

dass mir etwas wichtig ist.

Sie dürfen mit im Atelier sein.

Sie entscheiden nur nicht mehr,

wann ich den Pinsel aus der Hand lege.

Wann ist ein Bild fertig?

Diese Frage wird mir oft gestellt.

Und jedes Mal muss ich lächeln.

Denn die ehrlichste Antwort lautet:

Ich weiß es nicht.

Es gibt keinen festen Moment, in dem ein Bild plötzlich sagt:

„Jetzt bin ich fertig.“

Manchmal lege ich den Pinsel weg, weil ich spüre, dass jeder weitere Strich dem Bild etwas nehmen würde.

Nicht hinzufügen.

Nehmen.

Es gibt Werke, die entstehen in wenigen Stunden.

Andere begleiten mich über Wochen.

Ich betrachte sie.

Gehe an ihnen vorbei.

Komme am nächsten Morgen wieder.

Manchmal male ich weiter.

Manchmal lasse ich sie einfach nur auf mich wirken.

Irgendwann verändert sich etwas.

Nicht unbedingt das Bild.

Sondern mein Blick darauf.

Dann entsteht eine leise Gewissheit.

Nicht Perfektion.

Sondern Frieden.

Vielleicht ist ein Bild genau dann fertig,

wenn ich aufhöre, etwas verändern zu wollen.

Nicht, weil ich nichts mehr sehe.

Sondern weil ich anfange, es anzunehmen.

So wie es geworden ist.

Manchmal beendet nicht der letzte Pinselstrich ein Bild. Sondern das Vertrauen, dass es alles erzählt, was es erzählen wollte.

Warum ich diese Gedanken aufschreibe?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach.

Ich schreibe diese Texte nicht, weil ich alles verstanden habe.

Ich schreibe sie, weil ich vieles selbst immer wieder lernen muss.

Es gibt Tage, an denen ich voller Vertrauen bin.

Und es gibt Tage, an denen mich Zweifel innerhalb weniger Sekunden einholen.

Dann lese ich manchmal meine eigenen Gedanken.

Nicht, weil sie perfekt sind.

Sondern weil sie mich daran erinnern, wie ich leben möchte.

Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum diese Seite entstanden ist.

Sie ist nicht nur für Menschen, die meine Kunst kennenlernen möchten.

Sie ist auch ein Ort, an den ich selbst immer wieder zurückkehren kann.

❤️

🌿 Bis zum nächsten Farbgedanken

Jeder Gedanke beginnt mit einem kleinen Moment des Staunens. Vielleicht wartet der nächste schon irgendwo zwischen Farbe, Licht und dem Leben selbst. Ich freue mich darauf, Sie hier bald wieder willkommen zu heißen.

Herzlichst

❤️

Ihre Susanne Witzig