Acryl auf Leinwand
100 x 100 x 1,6 cm
Entstehungszeitraum Mai 2026
Original
Vergrünt
…ein Sitzen zwischen zwei Stühlen…der Wunsch nach Kontrolle…nach Ordnung, nach einem bewussten Setzen jeder Form, jeder Linie, jeder Farbe. Und gleichzeitig emotionales Chaos…kaum Greifbares, das sich nur schwer führen lässt. Das Grün…den ganzen Raum einnehmend…nicht ruhig oder harmonisch, sondern lebendig, beinahe drängend. Die Formen schaffen es erstmal, mein Gefühl von Struktur zu wahren und die Orientierung zu behalten. Aber nichts in diesem Bild bleibt stabil…alles scheint in Bewegung zu sein, als würde sich etwas verändern, noch bevor ich es überhaupt benennen kann.
Anfangs malte ich die Elemente mit zurückhaltenden gedeckten Farben in der Erwartung, dass sie mein Gefühl von Struktur manifestieren…ich habe irgendwie alles gegeben, meine Gefühle nur vorsichtig sichtbar zu machen. Warum? Keine Ahnung! Doch je länger ich arbeitete, desto mehr löste sich diese Kontrolle auf. Ich setzte Elemente in Neonfarben und erst jetzt realisiere ich diesen bewusst gewählten Bruch. Vielleicht war es sogar ein kleiner emotionaler Widerstand gegen meine eigene Vorsicht. Genau diese Neonfarben haben das Bild geöffnet. Plötzlich war da Energie, Spannung, Verletzlichkeit. Nicht laut, aber unübersehbar. Für mich sind diese Akzente wie Momente, in denen Gefühle durch die Oberfläche brechen, obwohl der Kopf sie eigentlich kontrollieren möchte.
„Vergrünt“ bedeutet für mich deshalb mehr als nur eine Farbe. Es beschreibt einen Prozess. Das langsame Durchdrungenwerden von etwas Lebendigem. Einen Zustand zwischen Denken und Fühlen, zwischen Kontrolle und Hingabe. Vielleicht auch den Moment, in dem ich aufhöre, mich zu erklären — und anfange, mich selbst zu spüren.

