Acryl auf Leinwand
Diptychon 2 x 80 x 80 x 1,6 cm
Mai 2026
Das Blau dahinter
Auf den ersten Blick scheinen Linien, Fragmente und geometrische Formen das Bild zu bestimmen. Sie drängen sich in den Vordergrund, setzen Richtungen, erzeugen Spannung, wirken wie Spuren eines inneren Ordnungsversuchs. Doch je länger man schaut, desto mehr rückt etwas anderes in den Mittelpunkt: das Blau.
Es trägt das Bild.
Es hält die Spannung zwischen Ruhe und Bewegung, zwischen Nähe und Distanz.
Die sichtbaren Elemente wirken fast wie Gedanken, Schutzmechanismen oder Konstruktionen meines Bewusstseins — während das Blau still darunter bleibt: einen Zustand innerer Wahrhaftigkeit, der sich nicht vollständig kontrollieren lässt. Vielleicht sogar jene stille Kraft, die bleibt, wenn alles sicher Geglaubte zerbricht.
Blau steht oft für Stärke, Weite und innere Ruhe, aber auch für Sehnsucht und Tiefe. In diesem Diptychon wird es zu einem Raum, der nicht laut ist und dennoch hält er alles zusammen.
Vielleicht geht es genau darum:
Dass das Wesentliche nicht immer dort liegt, wo es am deutlichsten sichtbar ist. Sondern in dem, was still im Hintergrund wirkt und uns trotzdem trägt.
„Das Blau dahinter“ lädt dazu ein, weniger nach einer festen Bedeutung zu suchen, sondern mehr nach dem eigenen Gefühl beim Betrachten. Denn manchmal erkennt man in einem Bild nicht nur etwas Fremdes — sondern auch etwas von sich selbst.

