Zwischen den Wellen

Informationen zum Kunstwerk

Acryl auf Leinwand

80 x 80 x 1,6 cm

Januar 2026

Unikat

„Zwischen den Wellen“

Dieses Werk ist sehr stark von meiner Auszeit in den letzten Wochen auf Fuerteventura geprägt. Es zeigt kein Ziel, keine Lösung, keinen Endpunkt. Es insistiert auf dem Dazwischen.

Nicht die Ruhe wird dargestellt, sondern die Bedingung von Ruhe…nämlich vollste
Aufmerksamkeit.

Natürlich dominiert das Blau…es wird allgemein wahrgenommen als die Farbe des Himmels und des Ozeans aber als diese habe ich es hier nicht vorrangig gewählt, sondern eher als Raum für Tiefe und Heilung…ein Feld dazwischen…zwischen Kontrolle und Hingabe…zwischen Denken und Spüren. Blau ist für mich verlässlich…still und tragend…Blau erlaubt mir den emotionalen Abstand bei gleichzeitiger Präsenz…Ich weiß noch nicht, was es ist – aber es darf da sein.

Die vielen Kreise sind nicht als Ornamente zu verstehen…für mich sind sie Zeitformen…die mein zyklisches Denken und das Wiederkehren des Inneren markieren…nicht als Defizit, sondern als Struktur meines Bewusstseins. Sie entstehen nicht geplant, sondern aus einer seelischen Notwendigkeit…der Kreis…er hat keinen Anfang und er hat kein Ende…er vermittelt Schutz und Geschlossenheit aber birgt für mich auch die Gefahr des „sich im Kreise drehens“  So behauptet sich das Werk zunächst als innerer Frieden…aber es entlarvt diesen immer wieder in den geometrischen dreieckigen Elementen, die ich nach und nach hinzugefügt habe…es ist eben nicht alles rund und harmonisch…und dennoch…das Werk zeigt deutlich die veränderte Beziehung zum so ersehnten inneren Frieden. Ich habe ihn als Ziel verworfen…Der innere Frieden ist nicht mein Leben…er ist nicht mein Sinn…Für mich entsteht Sinn nicht durch Harmonie sondern im Aushalten von Widersprüchen…ohne mich dabei zu kategorisieren…ohne meine Rationalität als Gegenpol zur Emotion zu schubladisieren…vielmehr betrachte ich sie als Rahmen hierfür…es ist wie die Welle…dazwischen.

So ist die Welle für mich kein Ereignis…sie ist ein Prinzip…sie ist nicht, sondern sie wird. Sie ist voller Gegensätze…sie ist hoch…sie ist tief…sie ist ruhig…sie ist bewegend…es gibt keinen Zustand, der dauerhaft und gleich ist. Das gesamte Leben ist eine Wellenbewegung und so versuche ich zu begreifen, dass Gegensätze keine Fehler sind, sondern Bedingungen von Existenz. 

Und dennoch…mit dem warmen aber energetischen Orange widersetze ich mich erneut vehement der Neutralisierung…zwar ohne sich dabei zu impulsiv oder dominant in den Vordergrund zu drängen aber konsequenter wäre gewesen, die entlarvenden eckigen Elemente in blauen oder weißen Tönen zu malen. Und genau deshalb ist für mich „Zwischen den Wellen“ kein Ort der Erlösung…es ist ein Ort der Wahrnehmung…nicht Identifikation ist entscheidend, sondern Beobachtung…Nicht Stillstand, sondern Bewusstheit

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