Acryl auf Leinwand
80 x 80 x 1,4 cm
Entstehungszeitraum: März 2026
Original
„Annähernd still“
Ich befinde mich in keinem Zustand wirklicher Ruhe, sondern kurz davor.
In mir ist noch Bewegung, aber sie ist nicht mehr ungeordnet. Die Linien folgen etwas, das ich nicht geplant habe, und doch wirkt es, als hätten sie ihren Platz bereits gefunden, ohne ganz angekommen zu sein.
Die Spannung ist noch da – ich spüre sie deutlich.
Aber sie drängt nicht mehr so wie zuvor.
Sie wird leiser, hält sich zurück, fast so, als würde sie mich nicht weiter überfordern wollen.
In mir ist vieles gleichzeitig:
Gedanken, die sich noch berühren, aber sich nicht mehr überlagern.
Gefühle, die nichts von ihrer Intensität verloren haben, aber ihren Ausdruck verändern.
Vielleicht ist es ein Innehalten, das ich mir nicht bewusst genommen habe,
sondern das einfach entstanden ist –
aus Erschöpfung, aus Überforderung,
oder aus dem stillen Wunsch heraus, die Welt für einen Moment auf Abstand zu halten.
Ich ziehe mich dabei nicht wirklich zurück.
Es ist eher eine feine Verschiebung in mir:
weg vom Außen, hin zu etwas, das ruhiger ist, aber nicht leer.
Etwas, das mich trägt, ohne laut zu sein.
„Annähernd still“ ist für mich kein Zustand, den ich erreicht habe.
Es ist ein Moment, in dem das Drängen nachlässt –
und ich beginne zu spüren,
dass etwas Leiseres in mir Raum bekommt.
